1941-1950 - BZV Alberschwende

Chronik 1941-1950

 

1941

Die Jahreshauptversammlung wurde im April - das Datum ist nicht angeführt - im Gasthaus Brauerei abgehalten.

Im Frühjahr wurden 117 Völker ausgewintert. Für die Frühjahrsfütterung konnten die Imker je Volk 2,5 kg Zucker, der mit Octosan vergällt war, bestellen.

Ende Juli konnte wieder Zucker bestellt werden. Pro Volk konnten 7,5 kg unvergällter Zucker bezogen werden. Diese Menge mußte aber bis zur nächsten geplanten Ausgabe im August 1942 reichen. Der Zuckerbedarf war auch für die Nichtmitglieder zu erheben. Dafür hatten diese je Volk 20 Pfennig an die Kasse der Ortsfachgruppe zu bezahlen.

Mehrere Imker wurden bereits an die Front einberufen. Die monatlichen Versammlungen sind aus Rücksicht auf die Zeitlage unterblieben. Die Vereinsbücherei wurde zur Benutzung empfohlen. Sie umfaßt 21 Bücher und Broschüren.

Im Winter sind 20 Völker an verschiedenen Krankheiten und Weisellosigkeit gestorben.

Es ist eine Statistikliste vorhanden, derzufolge 38 Imker in Alberschwende sind und im Herbst 163 Völker eingewintert wurden. Mit 12 Bienenvölker hatte Sophie Willam die größte Völkerzahl.

Der Kassastand beträgt 45,23 RM.


1942

Am 31. Jänner ist Creszentia Schedler, Ahornach 58, im Alter von 82 Jahren gestorben.

Im April 1942 - das Datum ist im Protokoll nicht angeführt - wurde im Gasthaus Brauerei die Jahreshauptversammlung abgehalten. An dieser Versammlung nahmen viele Frauen an Stelle ihrer zum Kriegsdienst einberufenen Männern teil.

Die Reichsfachgruppe hatte bereits zur 4. Honigablieferung aufgerufen. Die Richtlinien über solche Sonderaktionen wurden, wie immer wieder aus Schreiben der Landesfachgruppe hervorgehen, in der Alpenländischen Bienenzeitung abgedruckt. So ist immer wieder von Sonder- und Härtefällen die Rede, die zum Teil nicht mehr definiert werden können. Härtefälle waren unter anderem Mißernten und Winterverluste.

Im Sommer 1942 wurde der Ortsfachgruppe Alberschwende die Ablieferung von 324 kg Honig vorgeschrieben. Laut bestehender Liste wurden 242 kg Honig abgeliefert.

Imker, die pro Volk 2 kg Honig abgeliefert haben, bekamen 7,5 kg Zucker (6 kg für die Herbsteinfütterung und 1,5 kg für die Fütterung im Frühjahr 1943). Wurde aber das Honigliefersoll nicht oder nur teilweise erreicht, wurde die Zuckerzuteilung ab der fehlenden Honigsollmenge auf 3 kg je Volk beschränkt. Die Jutesäcke, in denen der Zucker geliefert wurde, mußten wieder zurückgegeben werden. Dafür hat es eine eigene Verrechnung gegeben.

Für Imker gab es auch eine gesonderte Tabakzuteilung. Zur Verteilung gelangten je Volk 50 Gramm Machorkatabak zum Preis von 75 Reichspfennig. Die Zuteilung für die Ortsfachgruppen erfolgte nach Mengenfeststellung durch die Landesfachgruppe Alpenland von der Firma Lacher in Nürnberg.

Die Mitglieder wurden gebeten beim Ankauf von Bienenmaterial aus dem Raume Dornbirn vorsichtig zu sein, da dort die Milbenseuche festgestellt wurde.

Die Ortsfachgruppe hat 31 Mitglieder. Es wurde 172 Völker eingewintert. Alle Imker, ob sie der Ortsfachgruppe angehören oder nicht, sind mit Zucker beteilt worden. Es ist eine Zuckerliste 1941/42 vorhanden, in der 34 Imker angeführt sind. Der Völkerbestand ist mit 162 Völkern angegeben.

Als neues Mitglied scheint auf:

Peter Winder, geb. 15.11.1902, Müselbach 319

Der Kassastand beträgt 28,73 RM.


1943

Im Frühjahr wurde 161 Völker ausgewintert. Der Winterverlust betrug 11 Völker.

Von der Reichsfachgruppe wurde verfügt, daß aufgrund der Terrorangriffe das Liefersoll von Honig von 2 auf 3 kg je Volk erhöht werden soll. Imker, die böswillig das Liefersoll nicht erfüllt haben, werden von jeder Zucker- und Tabakzuteilung, sowie von Beihilfen ausgeschlossen. Imker, die ohne böse Absicht das Liefersoll nicht erreichen können, haben ein den Tatsachen entsprechendes Gesuch an den Ortgruppenvorsitzenden einzubringen. Dieser hat es mit einer Stellungnahme an den Kreisfachgruppenvorsitzenden zur endgültigen Entscheidung an die Landesfachgruppe Imker zu senden.

Im Mai konnte der Ortsgruppenvorsitzende bei der Tabaktrafik Frener in Bregenz den Imkertabak abholen. Der Verein hat 8 kg Tabak erhalten. Diese Menge kostete 120.-- RM und mußte mit übergebener Zahlkarte an die Imkergenossenschaft Innsbruck bezahlt werden. Es wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, daß dieser Tabak nur für imkerliche Zwecke verwendet werden darf und bei Mißbrauch eine weitere Zuteilung fraglich sei und außerdem bestraft werde.

Von der Firma F.M. Zumtobel in Dornbirn, wird dem Obmann ein Betrag von 63.-- RM Versäumnisstrafe in Rechnung gestellt, weil er die Jutesäcke von der Zuckerlieferung nicht rechtzeitig zurückgegeben haben soll. In der Stellungnahme hat er aber angeführt, daß er diese zeitgerecht beim Konsum abgegeben habe.

Am 17. Dezember ist Otto Eberle im Alter von 45 Jahren gestorben.

Von diesem Jahr bestehen weder Protokolle noch Mitgliederlisten. In den Listen über „Bezieher der Bienenzeitschrift 1943/44“ und Tabak-Zuteilung 1943“ sind jeweils 35 Imker angeführt. Dabei scheinen folgende neue Imker auf:

Alfons Bereuter, geb. 21.05.1923, Achrain 67

Alois Eiler, geb. 16.03.1930, Brugg 132

Heinrich Fetz, geb. 12.09.1896, Greban 44

Adolf Fuchs, geb. 14.06.1926, Nannen 336

Anna Gmeiner, geb. 23.01.1923, Feld 232

Helmut Greber, geb. 18.02.1933, Reute 293

Adolf Hopfner, geb. 02.05.1929, Fischbach 193 und

Konrad Lechleitner, Dornbirn, Jennen 3.

Der Verein hat 35 Mitglieder. Auf dem Sparbuch erfolgte im Jahre 1943 keine Abrechnung. Der Kassastand beträgt 33,73 RM

1944

Am 16. Jänner ist Johann Georg Metzler, Stauder 73, im Alter von 82 Jahren gestorben.

Es sind über dieses Jahr keine Protokolle vorhanden.

Eine große Sorge war, genügend Zucker zu erhalten, da aufgrund der verregneten Trachten die Erfüllung des Liefersolls nicht erreicht werden konnte. Diesbezüglich hat der Ortsgruppenvorsitzende ein Schreiben an den Landesfachgruppe gerichtet und als dieses unbeantwortet blieb, richtete er ein Schreiben an die Reichsfachgruppe nach Berlin. In diesem Schreiben ist angeführt, daß es aufgrund der angeführten schlechten Ernte nur möglich sei, an Stelle von den vorgesehenen 3 kg nur 1 ½ kg zu liefern. Mit aller Mühe hätten von 190 Völkern nur 223 kg Honig sichergestellt werden können. Er könne aber nur abgeliefert werden, wenn ein Bezugschein über 540 kg Zucker für den Herbst und 285 kg für das Frühjahr übersandt werde. 600 kg Zucker habe man schon erhalten. Andernfalls wäre man genötigt, den Honig an die Ablieferer zur Verfütterung an die Bienenvölker zurückzugeben.

Am 21. Mai ist Josef Zengerle im 32. Lebensjahr an den Folgen einer Kriegsverwundung im Lazarett gestorben.

Obmann Berlinger hat den Verein Au-Schoppernau um Zustimmung für die Wanderung nach Schröcken ersucht (das Ansuchen liegt nicht auf). Mit Schreiben vom 9. Juli teilt der Verein mit, daß dem Ansuchen nicht zugestimmt werden könne, da den Schröckner Imkern nicht zugemutet werden könne, daß ihr Trachtgebiet übermäßig belastet werde. Die Wanderung mit soviel Völker sei recht in Gebiete, die weit von Heimständen liegen würden.

Im Oktober ist von der Landesfachgruppe folgende Abrechnung eingegangen:

„Die nunmehr endgültige Abrechnung über die Sonder- und Zuckeraktion stellt sich folgendermaßen dar:

Zuckerbezug im Herbst 1943                                                                   für 200 Völker

anerkannte Härtefälle für Winterverluste                                                   für   30 Völker

Liefersoll 1944   510 kg                                                                           für 170 Völker

Tatsächliche Honigerfassung 1944    223 kg  d.i.                                      für   74 Völker

Tatsächliche Vermehrung gegenüber 1943 zuzüglich

anerkannte Härtefälle                                                                              für   39 Völker

zulässige Zuckerzuteilung                                                                       für 113 Völker

                                                                                                              678.-- kg

                                                                              erhalten                         600.-- kg

                                                                           Rest                                   78.-- kg

Über diesen Rest erhalten Sie einen Nachtragsbezugsschein, sobald die Meldung über die abgelieferte Honigmenge bei der Landesgruppe einlangt“.

Alle Mühen, doch noch mehr Zucker zu erhalten waren vergebens.

Mitgliederlisten sind keine vorhanden. In diversen Listen über Zuckerzuteilungen und Wachsabgabe sind insgesamt 50 Imker verzeichnet. Bei ihnen wurden 200 Völker gezählt.

Folgende neue Mitglieder scheinen auf:

Franz Eberle, geb. 03.12.1894, Bereute 95

Franz Josef Fink, geb. 11.09.1927, Baiern 243

Elisabeth Flatz, geb. 14.11.1901, Gschwend 343

Josef Huber, geb. 29.11.1899, Tannen 272 und

Leo Sohm, geb. 24.03.1906, Müselbach 325.

Josef Huber hat aber noch in diesem Jahr die Bienenhaltung wieder aufgegeben. Elisabeth Flatz ist eine Tochter vom Zimmermeister Konrad Flatz, der von 1912 bis 1922 Vereinsmitglied war. Heinrich Fetz, der 1943 dem Verein beigetreten war, hat die Imkerei wieder aufgegeben. Ebenso hat Dr. Josef Schedler, damals wohnhaft, Dornbirn I, Adolf Hitler Platz 14, die Bienenzucht aufgegeben. Er war im Jahre 1928 und dann wieder ab 1942 Mitglied.

Auf dem Sparbuch erfolgte keine Abrechnung. Der Kassastand beträgt 56,74 RM.


1945

Am 4. Jänner ist Alwin Dür, Müselbach 321, im Alter von 31 Jahren gefallen. Der Bienenstand wird von seiner Mutter Angelika Dür weiterbetreut.

Am 11. Jänner ist Artur Bereuter, Tannen 275, im Alter von 36 Jahren gefallen.

Adolf Fuchs, Nannen 336, wurde im Jahre 1945 als vermißt gemeldet.

Anfang Februar wurde von der Landesfachgruppe angekündigt, daß von allen Imkern für jedes eingewinterte Volk 160 g Altwaben, oder 80 g Reinwachs oder 500 g Trester an die Ortsfachgruppe abzuliefern ist. Nach Aufhebung der bestehenden Bahn- und Postgütersperre ist das Wachs an die Imkergenossenschaft Tirol-Vorarlberg in Imst abzuliefern. Für den Herbst ist eine Honigabfuhr von 4 kg je Volk vorgesehen.

Mit Abrechnung vom 31. März beträgt der  Kassastand im Kassabuch der Ortsfachgruppe Imker Alberschwende 66,73 RM. Das Kassabuch wurde noch bis zum Jahre 1959 weiterverwendet.

Während des 3. Reiches wurden alle Schriftstücke mit „Heil Hitler“ geschlossen. Dieses „Heil“ war so eingeprägt, daß nach Kriegsende vom Vorarlberger Imkerbund sein erstes Rundschreiben vom 23. Mai mit „Mit süß Heil“ geschlossen wurde. In diesem Rundschreiben wurde mitgeteilt, daß von der Vorarlberger Landesregierung und der französischen Besatzungsbehörde die Lieferung von Zucker für die Einwinterung in Aussicht gestellt wurde. Als Gegenleistung seien pro Volk 2 kg Honig abzuliefern.

Am 9. Dezember wurden die Imker zu einer Versammlung in das Gasthaus Brauerei eingeladen und im Protokoll steht folgendes:

„Im Auftrage des gegenwärtiges Obmannes des Vorarlberger Imkerverbandes hatte der Obmann des vor dem nationalsozialistischen Einbruchs in Österreich bestehenden Bienenzüchtervereines Alberschwende und nachheriger Vorsitzende der Ortsfachgruppe Imker Alberschwende die heutige Imkerversammlung zu dem Zwecke einberufen, den Bienenzüchterverein Alberschwende wieder ins Leben zu rufen“.

An dieser Versammlung nahmen 26 Imker teil, die alle Mitglieder des neuen Vereines sein wollten. Somit war der Verein wieder neu gegründet.

Bei den Neuwahlen wurden für die Wahl des Obmannes Stimmzettel ausgegeben. Als Stimmenzähler wurden Otto Bereuter und Erwin Dür bestimmt.

Anton Berlinger, Schwarzen 368, wurde mit einer Mehrheit von 15 Stimmen zum Obmann gewählt.

Die anderen Funktionäre wurden in einem Wahlgang ebenfalls schriftlich gewählt. Der erste Wahlgang erbrachte ein derart zersplittertes Ergebnis, daß die Wahl wiederholt werden mußte. Dabei durften aber nur diejenigen gewählt werden, die beim ersten Durchgang die meisten Stimmen erhalten hatten.

Für den Obmannstellvertreter waren dies Kaspar Kohler und Konrad Huber. Für den Schriftführer Alois Flatz und Ernst Böhler. Für den Kassier Otto Bereuter und Josef Fuchs.

Beim nächsten Wahlgang erhielten die beiden Kandidaten für den Obmannstellvertreter die gleiche Stimmenzahl, so daß die Wahl für den Obmannstellvertreter wiederholt werden mußte. Über Vorschlag des Obmannes wurde dieser Wahlgang per Akklamation durchgeführt. Konrad Huber, Zoll 85, wurde einstimmig zum Obmannstellvertreter gewählt. Als Schriftführer wurde Ernst Böhler, Moos 108, und als Kassier Otto Bereuter, Schwarzen 372, gewählt.

In verschiedenen im Frühjahr angefertigten Listen sind 48 Imker namentlich erfaßt.

Über die Höhe des Mitgliedsbeitrages und eventuellen Kassastandes aus der Übernahme der Ortsfachgruppe wurde nichts protokolliert.

Im Sparbuch wurden am 9. Dezember 50.-- Schilling eingelegt.[1]

Aufgrund der verschiedenen Listen hat der Verein 42 Mitglieder. Es wurden 266 Bienenvölker gezählt.

Als neue Mitglieder scheinen auf:

Martin Bereuter, geb. 14.03.1908 Müselbach 317 und

Ferdinand Stadelmann, geb. 23.01.1929, Bühel 169.

In den Mitgliederlisten wird anstatt Ferdinand Stadelmann der Name seines Vaters Richard geführt. Tatsächlich hat aber Ferdinand die Bienen betreut.

Flatz Elisabeth hat aufgehört zu imkern. Die Bienen wurden von ihrer Schwester Agatha übernommen. Leo Sohm, Müselbach 325, hat die im Vorjahr begonnene Bienenhaltung ebenfalls aufgegeben.

1946

In diesem Jahr war die Zuckerbeschaffung besonders schwierig. Im Inland war die entsprechende Zuckermenge nicht zu bekommen. Der Imkerverband hat mit Imkern in der Schweiz Verhandlungen aufgenommen. Die Bezahlung des Zuckers mit österr. Schilling war jedoch nicht möglich, so daß ein Kompensationsgeschäft getätigt wurde. Für 1 kg Honig wurden 4 kg Zucker geliefert.

Anfang September wurde in der Presse und im Rundfunk verlautbart, daß die Imker für die Herbstfütterung Zucker aus der Tschechoslowakei bekommen. Pro Volk konnten 2 kg Zucker bezogen werden. Dieser Zucker war aber dreimal teurer als Inlandzucker, der aber nicht zu bekommen war. In Wien wurde ausgehandelt, daß pro Kilogramm Zucker 40 dag Honig abzuliefern seien. Für 1 kg Honig wird 6.-- S bezahlt. Wegen der schlechten Honigernte mußten dann aber pro Kilogramm Zucker nur 20 dag Honig abgeliefert werden und der Kilopreis für Honig wurde nur ausnahmsweise auf 10.-- S erhöht.

Aus dem Verzeichnis über die Verwendung des bewilligten Bienenzuckers für Herbst 1946 geht hervor, daß der Verein 540 kg Zucker zum Preis von 1.836.-- S bezogen hat. 108 kg Honig wurden gegen Entgelt geliefert. In dieser Liste sind 266 Völker angeführt.

Am 17. Oktober ist Johann Georg Freuis, Reute 292, gestorben. Die Bienen wurden dann noch bis 1949 von seiner Gattin Katharina Freuis weiterbetreut und anschließend von Josef Lässer, Müselbach 400, übernommen (siehe auch 1932).[2]

Protokolle aus diesem Jahr bestehen keine.

Insgesamt scheinen 50 Imker in den verschiedenen Listen auf. 266 Völker wurden gezählt.

Als neue Mitglieder scheinen folgende Personen auf:

Agatha Flatz, geb. 31.12.1902, Gschwend 343

Josef Fuchs, geb. 30.08.1922, Nannen 336

Pius Metzler, geb. 13.12.1907, Dreßlen 235 und

Josef Rädler, geb. 15.03.1897, Dornbirn, Kreuzen 1.

Agatha Flatz hat die Bienen von ihrer Schwester Elisabeth übernommen, die seit 1944 Mitglied war. Josef Fuchs hat den Bienenstand seines 1944 vermißten Bruders Adolf übernommen.

Adolf Hopfner, Fischbach 193, Konrad Lechleitner, Dornbirn, Jennen 3 und Rudolf Preuß, Gschwend 106, haben die Imkerei aufgegeben.


Auf dem Sparbuch sind weder Zins- noch sonstige Einträge vorgenommen worden.

Der Kassastand beträgt 11,75 S.[3]


1947

Von Vereinsaktivitäten ist aus diesem Jahr nichts überliefert. Im Frühjahr wurden 199 Völker ausgewintert. Über den Winter sind 52 Völker gestorben. Bei 19 Völker war die Ursache Ruhr, bei weiteren 19 Völkern wurde „verschiedene andere Ursachen“ angegeben. 11 Völker waren verhungert und 3 Völker einer boshaften Beschädigung zum Opfer gefallen.

Als neue Mitglieder scheinen auf:

Georg Bereuter, geb. 24.04.1901, Tannen 280

Karolina Spettel, geb. 15.03.1912, Hinteregg 51 und

Alfred Zengerle, geb. 04.05.1914, Unterrain 179.

Georg Bereuter betreute nur in diesem Jahr Bienen. Der Familienname von Karolina Spettel lautete damals Gmeiner. Alfred Zengerle hat, nachdem er aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt ist, den Bienenstand übernommen. Vorher hat sein 1944 gefallener Bruder Josef geimkert und in der Zwischenzeit wurden die Bienen vom Bruder Peter betreut. Johann Dür, Burgen 190, hat die Imkerei aufgegeben.

Der Verein hat 48 Mitglieder. Sie betreuen 211 Bienenvölker.

Am 21. Juni wurde vom Sparbuch der Betrag von 50.-- S abgehoben. Es ist kein Guthaben mehr vorhanden.[4]

Der Kassastand beträgt 25,29 S.[5]


1948

Auch in diesem Jahr war die Zuckerbeschaffung mit großen Schwierigkeiten verbunden. Vom Imkerverband wurde am 13. Oktober!!! mitgeteilt, daß die Imker 8 kg Zucker gegen Ablieferung von 2 kg Honig und einer Aufzahlung von 4.-- S erhalten.

Am 12. Dezember wurde im Gasthaus Brauerei die Jahreshauptversammlung abgehalten. Es wurde erklärt, daß infolge der Untätigkeit des Vorarlberger Imkerverbandes auch der Verein zu einer gewissen Untätigkeit verurteilt war.

Bei den Neuwahlen wurden der Obmann und sein Stellvertreter schriftlich gewählt. Es gab dabei keine Veränderungen. Als neuer Kassier wurde Josef Fuchs, Nannen 336, gewählt.

Als neue Mitglieder scheinen auf:

Vinzenz Bereuter, geb. 16.04.1930, Ahornach 52

Johann Eiler, geb. 04.01.1916, Rohnen 504

Josef Sohm, geb. 03.08.1912, Müselbach 307 und

Otto Sohm, geb. 20.01.1896, Müselbach 323.

Der Vorgänger von Josef Sohm war sein Bruder Alfons, der geheiratet hat und nach Egg übersiedelt ist.

Adolf Gmeiner, Brugg 134, hält keine Bienen mehr und ist aus dem Verein ausgetreten. Alfons Sohm, Müselbach ist nach Egg verzogen und dort dem Verein beigetreten.

Der Verein hat 49 Mitglieder. Bei der Viehzählung am 3. Dezember wurden 229 Bienenvölker ermittelt.

Der Mitgliedsbeitrag wurde auf 5.-- S festgesetzt.

Der Kassastand beträgt 16,71 S.


1949

Am 1. Jänner 1949 hat Obmann Anton Berlinger eine Mitgliederliste angelegt. Die in einem Heft eingetragene Liste enthält neben dem Namen des Mitgliedes, den Beruf, die Geburtsdaten, den Wohnort, seit wann Imker und seit wann Vereinsmitglied. Bei Johann Bereuter, Müselbach 314, ist angeführt, daß er seit 1890 Imker ist. In der Rubrik „Vereinsmitglied seit“ ist ein Fragezeichen eingetragen. Dieses Heft war offenbar auch die Grundlage für die immer wieder erwähnte Mitgliederliste 1953. Dort wurde bei Johann Bereuter das Jahr 1890 als Jahr der Vereinszugehörigkeit angenommen.

Im Jahre 1949 wurde keine Versammlung abgehalten. Erstmals seit dem Kriegsende konnte wieder von einer geregelten Zuckerversorgung gesprochen werden.

Im Protokoll der Jahreshauptversammlung vom 8. Jänner 1950, die im Gasthaus Engel abgehalten wurde,  wird berichtet, daß der Verein im Jahre 1949 44 Mitglieder zählte, die 292 Bienenvölker betreuten. 6 weitere Imker mit 44 Völkern seien dem Verein noch nicht beigetreten.

Im Frühjahr wurden 495 kg Zucker zu a 8,20 S und im Herbst 1.600 kg zu a 5,20 S verteilt.

Am 8. April verstarb Kaspar Kohler, Müselbach 358, im Alter von 72 Jahren. Er war von 1938 bis 1945 1. Stellvertreter und Schriftführer. Sein Bienenstand wurde von seiner Gattin Philomena Kohler weiterbetreut.

Im Oktober wurde eine allgemeine Milbenbekämpfung mit dem Mittel Mito A 2 durchgeführt.

Am 4. November ist Kaspar Gmeiner, Weitloch 246, im 81. Lebensjahr verstorben. Der Bienenstand wurde von seinem Neffen Adolf Gmeiner übernommen.

Josef Sohm, geb. 03.08.1912, Müselbach 307, ist dem Verein beigetreten.

Angelika Dür, die den Bienenstand ihres 1945 gefallenen Sohnes Alwin weiterbetreute, hat die Imkerei aufgegeben. Auch Agatha Flatz, Gschwend 343, hat die Bienenhaltung aufgegeben. Auch Katharina Freuis, Reute 292, hat aufgehört zu imkern. Den Bienenstand hat sie an Josef Lässer, Müselbach 400, weitergegeben.

Der Verein hat 47 Mitglieder. Die Vereinsstatistik berichtet, daß 287 Völker eingewintert wurden. Bei der Viehzählung am 3. Dezember wurden aber nur 245 Bienenvölker ermittelt.

Im Sparbuch ist ein Guthaben von 61,12 S.[6]

Der Kassastand beträgt 25,29 S.[7]

1950

Die Jahreshauptversammlung wurde am 8. Jänner im Gasthaus Engel abgehalten.

Bei den Neuwahlen wurden Josef Sohm, Müselbach 303 und Alois Flatz, Achrain 412, als Beiräte in die Vereinsleitung gewählt. Sonst gab es keine Veränderungen. (Im Protokoll ist bei Sohm die Hausnummer 301 angegeben).

Helmut Greber, Reute 293, und Josef Rädler, Dornbirn, Kreuzen 1, haben keine Bienen mehr und sind aus dem Verein ausgetreten.

Der Verein hat 53 Mitglieder und 261 Bienenvölker. Alois Flatz ist der größte Imker mit 52 Völker.

Folgende Imker sind dem Verein beigetreten:

Gebhard Bilgeri, geb. 26.10.1886, Müselbach 327

Alfons Dür, geb. 23.08.1921, Stölzlen 38

Josef Anton Feldkircher, geb. 07.07.1914, Eck 200

Georg Geuze, geb. 05.02.1895, Hof 421

Philomena Kohler, geb. 08.06.1875, Müselbach 358

Josef Metzler, geb. 15.04.1899, Dreßlen 236

Stanislaus Reznik, geb. 27.03.1925, Nannen 206

Konrad Schedler, geb. 14.11.1913, Unterrain 174

Johann Spiegel, geb. 08.04.1905, Dornbirn, Winsau.

Anfänglich lautet bei Alfons Dür die Mitgliedschaft auf seinen Ziehvater Karl Bereuter, Vorholz 266. Philomena Kohler betreut die Völker ihres verstorbenen Gatten.

Angelika Dür, Müselbach 321, die den Bienenstand ihres 1945 gefallenen Sohnes Alwin Dür weitergeführt hat, sowie Katharina Freuis, Reute 292 haben die Imkerei aufgegeben und sind aus dem Verein ausgetreten.

Der Verein hat 53 Mitglieder. Im Herbst wurden 265 Bienenvölker eingewintert.

Der Mitgliedsbeitrag wurde auf 7.-- S erhöht.

Der Kassastand beträgt 25,29 S mit Rechnungsabschluß vom 31.12.1949.




[1] Sparbuch des Bienenzweigvereines Alberschwende

[2] Mündliche Mitteilung von Tochter Hadwig Freuis

[3] Kassabuch der Ortsfachgruppe Imker; Eintragungen ab 1939

[4] Sparbuch des Bienenzweigvereines Alberschwende

[5] Kassabuch der Ortsfachgruppe Imker; Eintragungen ab 1939

[6] Sparbuch des Bienenzweigvereines Alberschwende

[7] Kassabuch der Ortsfachgruppe Imker; Eintragungen ab 1939